| Leseprobe: Hexe Lilli bei den Piraten |
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"Und was ist mit dem Roten Korsaren?" will Lilli von Leon wissen. Das war auch eine Frau, die sich nur als Mann verkleidet hat." ![]() "Ach, die, aus dem Piratenfilm..." Leon muss seiner Schwester Recht geben. ![]() "Und was ist mit all den anderen berühmten Piratenfrauen?" lässt Lilli nicht locker."Was ist mit Calamity Jenny, der Schwester von Calamity Jane? Oder Säbeljule, Larissa der Gerissenen, Koralla Piranja, Bloody Mary, Ernestina de Schlitzdichauf, Frenzi Frikassee und wie sie alle hießen . . .?" Leon ist baff. "So viele Piratinnen gab es?", fragt er staunend. "Es gab noch viel mehr. Und gerade sie waren es, die auf den Weltmeeren besonders gefürchtet waren, weil sie einfach gerissener waren. " "Und wieso habe ich noch nichts von ihnen gehört?", fragt Leon. "Weil sie einfach zu schlau waren. Sie haben sich nicht erwischen lassen. Die meisten Piraten haben sie doch geschnappt und aufgehängt, so wie den Klaus Störtebeker zum Beispiel. Aber die Frauen haben sie selten gekriegt. Darum sind sie auch nicht so bekannt. Außerdem haben sie die Drecksarbeit ohnehin von den Kerlen machen lassen und lieber nur abkassiert." Jetzt ist Leon richtig neugierig geworden und seine Wut über Lillis Attacke ist wie weggeblasen. "Los, erzähl!", drängt er. "Wovon?" Lilli stellt sich dumm. "Na, von den tollen Piratenfrauen!" "Von welcher willst du was hören? Vielleicht von Frenzi Frikassee? Nach der sie später das Hühnerfrikassee benannt haben? - Du weißt, das klein geschnetzelte Hühnerzeugs, das man kaum noch erkennen kann, weil es so kurz und klein gemetzelt ist." Leon klappt der Mund auf und vor Aufregung läuft sein Gesicht rot an. "Aber nein, besser nicht. Ich glaube, die Geschichte ist nichts für kleine Jungs. Außerdem mag ich sowieso kein Hühnerfrikassee. "Leon nickt und bringt vor Staunen keinen Ton heraus. Lilli aber hockt sich zu ihrem Bruder auf den Boden und überlegt, mit was für einer verwegenen Geschichte sie Leon wohl noch beeindrucken könnte. Doch bevor ihr was einfällt, findet Leon seine Stimme wieder und schlägt vor: "Erzähl mir von der Erna Schlitzauf oder wie sie noch hieß... Die klang so schön spannend." "Ach, du meinst Ernestina de Schlitzdichauf. Nun j a, von der gibt's nicht viel zu erzählen. Außer dass sie mit dem Messer besser umgehen konnte als mit der Gabel. Du verstehst, was ich meine?" Leon versteht zwar nichts, aber er nickt trotzdem. Er will Lilli auf keinen Fall unterbrechen, damit sie weitererzählt. "Mit ihrem Talent hat sie ein wirklich scharfes Leben geführt. Leider war ihr Leben kürzer als die Klinge ihres gefürchteten Messers. Sie hat ein tragisches Ende genommen. Nachdem sie sich kreuz und quer durch die westlichen Kariben geschlitzt hatte, wollte sie sich auf der Insel unter den Winden ein Seeräuberdenkmal in eine Riesenpalme schnitzen. Nun, wie jeder weiß, war sie im Schlitzen besser als im Schnitzen und ehe sie sich versah, rutschte ihr Messer so unglücklich ab, dass sie... Also mit einem Wort, sie hauchte auf der Insel unter den Winden ihr Leben aus. Natürlich gab man ihr das Messer mit ins Grab. Und wenn man den alten Seeräubergeschichten Glauben schenken darf, soll es so scharf gewesen sein, dass es den Sarg durchschlagen hat und aus dem Grab heraus direkt in die Hölle fuhr. Dort soll es mit Schwung dem leibhaftigen Teufel den rechten Fuß abgemetzelt haben. Der Teufel habe vor Wut wie ein Pferd gewiehert, heißt es, und darauf sei ihm ein Pferdefuß gewachsen, den er von Stund an tragen musste.""Das mit dem Pferdefuß vom Teufel habe ich schon einmal gehört", bestätigt Leon mit hochroten Ohren. "Ich habe nur nicht gewusst, dass Ernestasia von Schlitzdichauf dafür gesorgt hat." "So sind sie eben, die Piratenbräute", meint Lilli. "Selbst nach ihrem Tode geben sie sich noch nicht geschlagen. Und wenn es in der Hölle ist. " Leon nickt anerkennend. "Mehr", sagt er kurz und bündig. Aber Lilli ist jetzt nicht mehr nach Geschichtenerzählen. Während sie Leon das wilde Piratenmärchen aufgetischt hat, ist ihr nämlich etwas in den Sinn gekommen: das Hexenbuch. Wie wär es, wenn sie sich selbst zu den echten Piraten hext? Auf so ein richtiges altes Piratenschiff? Ein wahnsinniges Abenteuer!!!
Und natürlich macht Lilli ihren Traum wahr. Aber bei den echten Piraten geht es noch abenteuerlicher zu, als Lilli sich gewünscht hat. Nicht lange und sie gerät in große Gefahr. In Todesgefahr....
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Die nachfolgende Leseprobe ist aus den ersten Seiten des Buches.

"Und was ist mit all den anderen berühmten Piratenfrauen?" lässt Lilli nicht locker.
"Aber nein, besser nicht. Ich glaube, die Geschichte ist nichts für kleine Jungs. Außerdem mag ich sowieso kein Hühnerfrikassee. "
"Mit ihrem Talent hat sie ein wirklich scharfes Leben geführt. Leider war ihr Leben kürzer als die Klinge ihres gefürchteten Messers. Sie hat ein tragisches Ende genommen. Nachdem sie sich kreuz und quer durch die westlichen Kariben geschlitzt hatte, wollte sie sich auf der Insel unter den Winden ein Seeräuberdenkmal in eine Riesenpalme schnitzen. Nun, wie jeder weiß, war sie im Schlitzen besser als im Schnitzen und ehe sie sich versah, rutschte ihr Messer so unglücklich ab, dass sie... Also mit einem Wort, sie hauchte auf der Insel unter den Winden ihr Leben aus. Natürlich gab man ihr das Messer mit ins Grab. Und wenn man den alten Seeräubergeschichten Glauben schenken darf, soll es so scharf gewesen sein, dass es den Sarg durchschlagen hat und aus dem Grab heraus direkt in die Hölle fuhr. Dort soll es mit Schwung dem leibhaftigen Teufel den rechten Fuß abgemetzelt haben. Der Teufel habe vor Wut wie ein Pferd gewiehert, heißt es, und darauf sei ihm ein Pferdefuß gewachsen, den er von Stund an tragen musste."